Gridfinity für Einsteiger
Gridfinity ist ein offenes Ordnungssystem für den 3D-Drucker: Kleine Behälter rasten auf einer Grundplatte mit 42-mm-Raster ein und lassen sich jederzeit neu anordnen. Diese Anleitung erklärt, wie das System funktioniert, was du zum Start brauchst und wie du deine erste Schublade planst.
Was ist Gridfinity?
Gridfinity wurde 2022 vom Maker und YouTuber Zack Freedman vorgestellt. Er hat das System unter der MIT-Lizenz veröffentlicht – jeder darf es nutzen, verändern und eigene Teile dafür entwerfen. Seitdem ist eine riesige Community entstanden, mit tausenden Modellen auf Plattformen wie MakerWorld und Printables.
Die Idee ist einfach: Alles basiert auf einem Raster aus 42 × 42 mm großen Feldern. Weil alle Teile dieselben Maße verwenden, passen Behälter verschiedener Designer zusammen.
Die zwei Grundbausteine
- Grundplatte (Baseplate): liegt in der Schublade und bildet das Raster. Sie hält die Behälter an ihrem Platz.
- Behälter (Bins): belegen ein oder mehrere Felder, sind unterschiedlich hoch und können Fächer, Beschriftungen, Deckel oder passgenaue Mulden für Werkzeug haben.
Die Höhe zählt in Einheiten zu 7 mm. Ein 2 × 1-Behälter mit 6 Einheiten belegt also zwei Felder und ist 42 mm hoch. Alle Maße findest du im Ratgeber Gridfinity-Maße.
Was du brauchst
- Einen 3D-Drucker: Jeder gängige FDM-Drucker reicht. Ist die Schublade größer als das Druckbett, wird die Grundplatte in Teile zerlegt.
- Filament: PLA ist für die meisten Anwendungen ideal – günstig, einfach zu drucken und formstabil.
- Optional Magnete: runde Neodym-Magnete 6 × 2 mm, wenn Behälter besonders fest sitzen sollen.
- Ein Maßband: für die Innenmaße deiner Schublade.
Deine erste Schublade in fünf Schritten
- Messen: Breite und Tiefe innen am Boden, dazu die nutzbare Höhe. Für viele Möbel wie IKEA ALEX gibt es fertige Vorlagen.
- Planen: Im Schubladen-Planer Behälter im Raster aufziehen. Gridmint berechnet Felder und Rand automatisch.
- Gestalten: Fächer, Greifmulden und Beschriftungen nach Bedarf einstellen.
- Probedruck: Ein kleines Teil drucken und die Passung prüfen – Gridmint bietet dafür einen Passungstest an.
- Drucken: Grundplatte und Behälter exportieren und drucken, bei Bambu-Lab-Druckern direkt als fertiges Projekt.
Tipps für den Druck
- Gridfinity-Teile sind so gestaltet, dass sie ohne Stützmaterial drucken.
- 0,2 mm Schichthöhe ist ein guter Kompromiss aus Zeit und Qualität.
- Für Behälter reichen meist zwei Wände und wenig Füllung – das spart Zeit und Filament.
- Bei großen Grundplatten erst ein Teil drucken, dann den Rest.
Selbst entwerfen oder fertige Modelle nutzen?
Für Standardbehälter gibt es tausende fertige Modelle. Spannend wird Gridfinity aber, wenn alles genau zu deiner Schublade und deinen Dingen passt. Dafür gibt es Generatoren wie Gridmint: Du gibst Maße und Wünsche ein und bekommst druckfertige Dateien – ohne CAD-Kenntnisse. Beides lässt sich frei mischen.
Häufige Fragen
Ist Gridfinity kostenlos?
Ja. Gridfinity ist ein offener Standard unter der MIT-Lizenz. Viele Modelle und Werkzeuge wie Gridmint sind ebenfalls kostenlos.
Wer hat Gridfinity erfunden?
Zack Freedman, ein Maker und YouTuber. Er hat das System 2022 vorgestellt.
Kann man Gridfinity-Behälter stapeln?
Ja. Behälter mit Stapelrand lassen sich aufeinanderstellen. Mit einem Deckel, der oben ein Gridfinity-Raster hat, rasten weitere Behälter darauf ein.
Passt auch dazu
Gridfinity ist ein offener Standard von Zack Freedman. Gridmint ist ein unabhängiges, Gridfinity-kompatibles Werkzeug und nicht offiziell mit dem Gridfinity-Projekt verbunden.